Studien

Osteopathische Behandlung der chronischen Lumbalgie
Adorjàn-Schaumann K, Höhrhan G, Wille H, Wolff A.Studienziel (objective): Prüfung der Hypothese, ob die osteopathische Behandlung im Hinblick auf die therapeutische Wirksamkeit in der Lage ist, auf die funktionelle Beeinträchtigung und die Schmerzen der an chronischer Lumbalgie leidenden Patienten einen spezifischen Effekt zu erzielen.

Studiendesign (design): Kontrollierte, randomisierte, einfachblinde, prospektive Interventionsstudie.

Quellen (data extraction): Kontrollierte klinische Studien und Studien der Grundlagenforschung, die in den Ländern Deutschland, England, Österreich, Holland, Skandinavien, Ost- und Südosteuropa, Australien und Neuseeland durchgeführt wurden – veröffentlicht oder unveröffentlicht.

Ort der Durchführung (setting): Vier Osteopathen, ausgebildet am COE München, Dauer der Studienarbeit von Februar ’97 bis Juni ’99

subjects and methods: Randomisierte Aufteilung der 57 Patienten in 29 Patienten der Gruppe A (Verum-Gruppe) und 28 Patienten der Gruppe B (Sham-Gruppe). Neben Intention to treat -Analyse Durchführung einer explorativen Studie an allen 28 Patienten der Sham- Gruppe.

Behandlungen: 5 Behandlungen im Abstand von 15 Tagen. Auswertung durch diverse Fragebögen:
1. lumbalgiespezifisch
2. Schmerzskalen
3. krankheitsübergreifend

primäre und sekundäre Zielparameter: (PZP / SZP, main outcome measures): Lebensqualität (Roland & Morris) Schmerz / Gesundheitszustand / Osteopathische Untersuchungen / Therapieverträglichkeit.

Resultate (results): Osteopathische Behandlung gegenüber der Sham-Behandlung zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung hinsichtlich primärer und sekundärer Zielparameter und erzielt einen klinisch relevanten spezifischen Effekt.

Fazit (conclusions): Osteopathie zeigt sich als eine sehr effiziente Behandlungsmethode ohne große Nebenwirkungen für Patienten mit chronischer Lumbalgie.

 

 

 

 

Die Entspannung der intracranialen Membranen bei Kindern mit hyperaktivem Verhaltenssyndrom
Röh N, Rütz M.Studienziel (objective): Prüfung der Hypothese, inwiefern die craniale Osteopathie für Kinder mit Hyperaktivem Verhaltenssyndrom therapeutisch sinnvoll sein kann. Das Hauptaugenmerk lag auf der Frage: Ist die Technik der Entspannung der intracranialen Membranen alleine ausreichend oder könnte sie in Kombination mit der Behandlung von Dysfunktionen der Synchondrosis sphenobasilaris wirksamer sein?

Design: Kontrollierte klinische Interventionsstudie.

Ort der Durchführung (setting): Sozialpädiatrisches Zentrum am Evangelischen Krankenhaus in Oberhausen. Dauer der Studienarbeit von Februar 1998 bis Juni 1999.

Patienten: 30 Patienten mit dem medizinischen Befund Hyperkinetisches Syndrom wurden den Therapeutinnen vom Chefarzt des Sozialpädiatrischen Zentrums des Evangelischen Krankenhauses in Oberhausen zugewiesen. Die Altersspanne lag zwischen vier und acht Jahren. Aufteilung der 30 Patienten in 3 Gruppen zu je 10 Patienten.

Interventionen: Gruppe 1: Entspannung der intracranialen Membranen und Behandlung der Dysfunktionen der Synchondrosis sphenobasilaris. Gruppe 2: Entspannung der intracranialen Membranen ohne Behandlung der Dysfunktionen der SSB. Gruppe 3 (Sham-Gruppe): Keine Behandlung der in Gruppe 1 und 2 beschriebenen cranialen Strukturen. 4 Behandlungen im Abstand von ca. 4 Wochen.

Primäre/Sekundäre Zielparameter (main outcome measures): Primärer Zielparameter: Psychologischer Test zur Messung des Hyperaktivitätsgrades; Conners Test. Sekundärer Zielparameter: Osteopathischer Übersichtsbefund vor und nach den Behandlungen; Beobachtungen der Eltern, Erzieher und Lehrer nach den Behandlungen.

Ergebnisse (results): Die osteopathische Behandlung der Gruppe 1 zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung hinsichtlich primärer und sekundärer Zielparameter. In den Gruppen 2 und 3 traten keine statistisch signifikanten Verbesserungen auf.

Schlussfolgerungen (conclusions): Die osteopathische Therapie ist aufgrund der positiven Resultate ein erfolgversprechender Behandlungsansatz für Patienten zwischen vier und acht Jahren mit Hyperkinetischem Syndrom, jedoch nur, wenn die osteopathische Behandlung sowohl die Behandlung von Dysfunktionen der Synchondrosis sphenobasilaris als auch die Entspannung der intracranialen Membranen umfasst.

 

 

 

 

Der Einfluss osteopathischer Behandlung bei Patienten mit Okklusionsstörung und kieferorthopädischer Versorgung
Schreiber E.Studienziel: Prüfen der Hypothese, dass osteopathische Behandlung begleitend zur Kieferorthopädie, die Schmerzsymptomatik bei Patienten mit Okklusionsstörung und kieferorthopädischer Versorgung deutlich verbessert.

Weitere Ziele:

  • Erleichterung der kieferorthopädischen Arbeit
  • Förderung interdisziplinärer Arbeit mit Kieferorthopäden
  • die Möglichkeiten weitere wissenschaftlicher Studien in diesem Gebiet aufzuzeigen

Studiendesign: nicht randomisierte Pilotstudie, Behandlungsgruppe, Kontrollgruppe, Fragebogen

Ort der Durchführung: Osteopathische Untersuchung und Behandlung in privater Osteopathie Praxis

Patienten: Behandlungsgruppe: 32 Patienten (13 männlich, 19 weiblich) im Alter von 7 bis 58 Jahren, alle in kieferorthopädischer Behandlung (Versorgung unterschiedlich) Kontrollgruppe: 27 Patienten (10 männlich, 17 weiblich) im Alter von 9 bis 37 Jahren, alle in kieferorthopädischer Behandlung (Versorgung unterschiedlich)

Behandlung: Jeder Patient wird mindestens drei Mal in einem Abstand von drei bis vier Wochen osteopathisch behandelt. Protokolle der Untersuchungen und Behandlungen werden erstellt. Fragebogen (Analogskala) zur ersten Behandlung und am Ende der Behandlungsserie.

Ergebnisse: Eine signifikante Verbesserung der Schmerzsymptomatik konnte bei Kopf-, Nacken-, Schulter-, Rückenschmerzen und bei Konzentrationsstörung festgestellt werden.

Fazit: Die osteopathische Behandlung parallel zur kieferorthopädischen Behandlung zeigt positive Veränderungen im Sinne von Schmerzreduktion, am stomatognathen System und der Okklusion selbst. Zur wissenschaftlichen Dokumentation sind hierfür dringend weitere Studien erforderlich.

 

 

 

Die osteopathische Behandlung der chronischen Epicondylopathia humeri radialis
Geldschläger S.Fragestellung: Wie erfolgreich ist eine osteopathische Behandlung der chronischen Epicondylopathia humeri radialis, im Vergleich mit einer orthopädischen Behandlung?

Hintergrund: Die Epicondylopathia humeri radialis wird in erster Linie durch eine Überlastung der Handextensoren ausgelöst. Der Schmerz tritt vorwiegend bei Belastung auf. Die betroffene Seite stimmt größtenteils mit der dominanten Hand überein. Es gibt eine Vielzahl von Behandlungsmethoden die jedoch keinen Behandlungserfolg garantieren. Bleibt das Krankheitsbild über einen Zeitraum von sechs Monaten bestehen, spricht man von einem chronischen Verlauf.

Methode: In einer klinischen Studie wurden 53 Patienten randomisiert auf zwei Gruppen (Untersuchungsgruppe = osteopathisch; Kontrollgruppe = orthopädisch behandelte Gruppe) verteilt und über einen Zeitraum von acht Wochen therapiert. Die Behandlung erfolgte individuell auf den Patienten abgestimmt. In der osteopathischen Gruppe wurden rein manuelle Techniken aus den Bereichen: viscerale, craniosacrale und parietale Osteopathie angewendet. Es wurde ganzheitlich konzeptio­nell osteopathisch behandelt. In der orthopädischen Gruppe wurde mit einer breit gefächerten Therapieform, bis hin zu Injektionen mit Cortisonpräparaten behandelt. Es wurden chiropraktische Griffe, Salbenverbände, sowie physikalische Therapieverfahren eingesetzt. Vier gängige Testverfahren wurden verwendet, um Veränderungen des Schmerzzustandes und der Kraftentwicklung auszuwerten. Der Druckschmerztest über dem Epicondylusbereich, der Thomsentest, der Mittelfingerstrecktest und ein Krafttest für die Hand/Unterarmmuskulatur. Zusätzlich wurde ein Fragebogen ausgegeben, um die Begleitumstände zur chronischen Epicondylopathia humeri radialis auszuwerten.

Ergebnis: Es kam zu einem signifikanten Behandlungserfolg bei der Therapie der Epicondylopathia humeri radialis. Es konnte sowohl eine Schmerzreduzierung als auch ein Kraftzuwachs belegt werden. Der Unterschied zwischen den beiden Behandlungsmethoden war jedoch so gering, dass ein Vergleich der Gruppen, im Bezug zu den vier Testergebnissen, statistisch nicht signifikant war. Die aus dem Fragebogen gewonnenen Ergebnisse entsprechen den in der Literatur gefundenen Angaben.

Schlussfolgerung: Die chronische Epicondylopathia humeri radialis ist eine Erkrankung, die erfolgreich osteopathisch behandelt werden kann. Ein signifikanter Unterschied zu einer orthopädischen Behandlung konnte mit dieser Studie nicht nachgewiesen werden. Das hängt jedoch möglicherweise mit dem kurzen Behandlungszeitraum und/oder mit der geringen Gruppengröße zusammen. Es wäre durchaus denk­bar, in einer Folgeuntersuchung diese Studienkriterien zu verändern, und damit zu einem aussagekräftigeren Ergebnis zu gelangen. In jedem Fall spricht jedoch der rein manualtherapeutische Ansatz für eine osteopathische Behandlung der Epicondylopathia humeri radialis. Die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen einer medikamentösen Therapie entfallen und Folgeschäden können dadurch ausgeschlossen werden. Weiterhin ist der Kostenfaktor zu bedenken, den eine Behandlung verursacht. Eine osteopathische Behandlungsweise wird bei einem Vergleich Kosten/Nutzen jede andere Therapiemaßnahme voraussichtlich weit unterbieten.

 

 

 

Systematische Untersuchung osteopathischer Befunde bei primärer Dysmenorrhoe
Hellmann C.Studienziel: Das Ziel dieser Studie ist es, einen umfassenden Katalog osteopathischer Dysfunktionen zu erstellen, die eine signifikante Korrelation zur primären Dysmenorrhoe aufweisen. Erarbeitet wurde dieser Katalog auf der Basis des typischen klinischen Beschwerdebildes dieser Erkrankung sowie nach Angaben der osteopathischen Literatur. Zur Suche dieser Dysfunktionen wurden das parietale, viszerale und kraniosacrale System überprüft. Die gefundenen Ergebnisse sollen als Grundlage zukünftiger Studien dienen, welche die Effektivität einer umfassenden osteopathischen Behandlung der primären Dysmenorrhoe untersuchen.

Studiendesign: Prädiktorenstudie, randomisierte Vergleichsuntersuchung. Durchführung an den Tagen 0, 1, 3 und 14 des Zyklus.

Durchführung: Alle Teilnehmerinnen wurden in der Praxis für Osteopathie und Physiotherapie Christine Hellmann in München untersucht.

Teilnehmerinnen: An der Studie nahmen 10 Frauen teil. 5 Frauen mit primärer Dysmenorrhoe und 5 gesunde Frauen. Die Teilnehmerinnen waren bezüglich Alter, Größe und Gewicht gut vergleichbar.

Methoden: Die subjektiven Beschwerden wurden mit einem Fragebogen typischer Symptome erfasst, und mittels der Sultanskala (0 bis 10) bewertet. Die vom Untersucher manuell erhobenen Befunde wurden anhand der NRS (Numerische Rating-Scala, 0 bis 10) bewertet. Die Untersuchung beinhaltete die Prüfung von Bewegungseinschränkung, Spannung und Schmerzhaftigkeit der jeweiligen Dysfunktionen.

Ergebnisse: Es zeigte sich eine statistisch signifikante Korrelation der untersuchten osteopathischen Dysfunktionen mit der primären Dysmenorrhoe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Sowohl die subjektiven Beschwerden, wie auch die gefundenen Dysfunktionen waren an den Tagen 0 und 1 des Zyklus besonders deutlich ausgeprägt. In der Vergleichsgruppe waren entsprechende Befunde nicht zu erheben. Nur vereinzelt waren Befunde auch zyklusunabhängig nachweisbar.

Schlussfolgerung: Der aufgestellte Kriterienkatalog zur systematischen osteopathischen Befunderhebung der primären Dysmenorrhoe wurde durch die Ergebnisse bestätigt. Er kann als Grundlage zukünftiger Interventionsstudien zur Überprüfung der Effektivität einer umfassenden osteopathischen Therapie der primären Dysmenorrhoe dienen.

 

 

 

Effektivität einer osteopathischen Behandlung bei chronischem Knieschmerz
Bachem S., Salzmann I., Schwartz U.Fragestellung: Knieschmerzen sind in der ärztlichen und physiotherapeutischen Praxis ein häufig beklagtes, aber oftmals unklares Beschwerdebild. So stellen sich bei einigen Patienten chronisch-rezidivierende Kniebeschwerden ein, die in den erhobenen Befunden keine ausreichende Erklärung finden. Dementsprechend erweisen sie sich gegenüber klassischen Behandlungsansätzen als äußerst therapieresistent. Dies veranlasste uns zu klinischen Studie, mit der die Effektivität einer osteopathischen Behandlung bei chronischem Knieschmerz geprüft werden sollte.

Methoden: In eine prospektive kontrollierte Studie wurden 30 normalgewichtige Patienten aufgenommen, die als Hauptproblem einen langanhaltenden Schmerz beklagen. Sie zeigten jedoch keine größeren Befunde am Kniegelenk und waren darüber hinaus körperlich gesund. Nach einer anfänglichen Erhebung von Schmerz und Lebensqualität (numerische Schmerzskala, SF-36) und einer Wartezeit von 4 Wochen wurden die Patienten bei gleichbleibendem Beschwerdebild in die Studie aufgenommen. Nach fünf osteopathischen Behandlungen wurde das Beschwerdebild vor und nach der Behandlung verglichen.

Ergebnis: Die Gegenüberstellung der erhobenen Daten vor und nach der osteopathischen Behandlung erbrachte im Bezug auf die Schmerzwahrnehmung eine Minderung von 47 %. Auch im Bereich der Lebensqualität war eine Verbesserung zu verzeichnen. Insbesondere der körperliche Schmerz, die körperliche Rollenfunktion und die körperliche Funktionsfähigkeit, aber auch die psychischen Domänen (ausgenommen der emotionalen Rollenfunktion) erfuhren eine signifikante Verbesserung.

Schlussfolgerung: Obwohl an der Studie nur 30 Patienten teilnahmen, ließ sich eine signifikante Verbesserung im Bereich von Schmerz und Lebensqualität darstellen. Da konventionelle, mehr lokal fokussierte Behandlungsansätze erfolglos blieben, die osteopathische, ganzkörperliche Vorgehensweise jedoch deutliche Verbesserungen erzielte, ist von einer sehr breiten funktionellen Einflussnahme aus unterschiedlichsten Körperregionen auf das Knie auszugehen. Daraus folgern wir, dass die Osteopathie in der Behandlung und Begleitung des chronischen Knieschmerzes einen wertvollen Beitrag leisten kann.

 

 

 

Die osteopathische Behandlung der chronischen Zervikalgie
Bischoff A., Nürnberger A., Voigt P.Studienziel: Die Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung bei Chronischer Zervikalgie zu untersuchen.

Studiendesign: prospektive, randomisierte placebokontrollierte Interventionsstudie, Follow Up nach 3 Monaten

Einzugsgebiet: München

Probanden: Gesucht wurden Probanden aus der Bevölkerung (Alter zwischen 20 und 55, Hauptbeschwerdebild Chronische Zervikalgie). Von 135 Anrufern wurden 41 aufgenommen und nach Alter und Geschlecht homogen auf 2 Gruppen verteilt. Shamgruppe: 18, Osteopathiegruppe: 23 Probanden 7 Abbrecher: Shamgruppe 6 (Abbruchgründe studienbezogen), Osteopathiegruppe 1 (Abbruchgrund unbekannt) Follow Up mit 40 Probanden.

Intervention: Beide Gruppen wurden 10 mal ca. wöchentlich einbestellt und vor und nach jeder Behandlung osteopathisch durchgetestet. Beide Gruppen bekamen eine Placebobehandlung (nicht eingeschalteter Ultraschall, Dauer: 12 min). Die Osteopathiegruppe bekam zusätzlich bei jedem 2. Treffen (5 mal) eine osteopathische Behandlung (Dauer: 45 min).

Zielparameter: Hauptzielparameter: subjektiv empfundener Schmerz (Schmerzskalen, NRS); Nebenzielparameter: Schmerz und Lebensqualität (nackenschmerzspezifische Fragebögen [Nordic, Nackenschmerz] und SF 36), osteopathische Befundveränderung (Untersuchungsbogen) Schmerzskalen und Untersuchungsbogen wurden vor und nach jeder Behandlung ausgefüllt. Beim Follow Up nach 3 Monaten wurden Schmerzfragen und ein zusammengefasster Lebensqualitätsfragebogen abgefragt.

Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten kontinuierliche Verbesserungen bis zum Follow Up. Daher ist anzunehmen, das die Veränderungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Osteopathiegruppe schnitt bei fast allen Schmerzfragen und den Nebenzielparametern eindeutig besser ab. Vermutlich aufgrund der geringen Fallzahl verfehlten einige Ergebnisse knapp die Signifikanzgrenze, andere waren höchst signifikant.

Fazit: Die osteopathische Behandlung stellt eine ernstzunehmende Alternative mit Langzeitwirkung in der Behandlung der Chronischen Zervikalgie dar. Eine erneute Studie mit größerer Fallzahl und weitreichenderem Follow Up ist nötig, um das Ergebnis dieser Studie zu bestätigen.

 

 

 

Studie zur osteopathischen Behandlung der Dranginkontinenz und der Kombination aus Stress- und Dranginkontinenz bei Frauen
Ernst H., Osenstätter H.Studienziel: Prüfung der Hypothese, ob die osteopathische Behandlung eine Wirksamkeit bei dem Krankheitsbild der Dranginkontinenz und der Kombination aus Drang- und Stressinkontinenz entwickelt. Die Wirksamkeit wird hinsichtlich der Beeinflussung der eingeschränkten Lebensqualität und der Ausprägung der Symptome des Krankheitsbildes beurteilt.

Studiendesign: Interventionsstudie mit behandlungsfreier 4-wöchiger Beobachtungsphase („Waiting list design“).

Patienten: Die Patientenauswahl erfolgte nach Diagnostik seitens eines mit dem Krankheitsbild vertrauten Arztes. In die Studie aufgenommen wurden 25 Patienten, ausschließlich Frauen zwischen dem 18. und 70. Lebensjahr.

Behandlungen: Erstuntersuchung, nach 4 Wochen Wartezeit 3 osteopathische Behandlungen im Abstand von 8 – 14 Tagen mit anschließender Schlussuntersuchung.

Hauptzielparameter: Primärer Zielparameter war die Verbesserung der Lebensqualität. Sie wurde zu den Zeitpunkten P1 (Beginn Wartezeit), P2 (Anfang Intervention) und P3 (4 Wochen nach Ende Intervention) mit dem Inkontinenzfragebogen I ermittelt (modifizierter Fragebogen nach Brown, Posner & Stewart). Die Reduzierung der Ausprägung der Symptome wurde als sekundärer Zielparameter entsprechend mit dem Inkontinenzfragebogen II erhoben (modifizierter Fragebogen ebenfalls nach Brown, Posner & Stewart).

Resultate: Der Gesamtscore des Inkontinenzfragebogens I zur Lebensqualität erreichte eine Verbesserung von 29 % (p<0.001). Auch beim Inkontinenzfragebogen II konnte eine Reduzierung der Ausprägung aller erhobenen Symptome um 21 % (p<0.001) festgestellt werden. Als Nebeneffekt zeigte sich eine hohe Akzeptanz und Compliance der Patienten hinsichtlich der osteopathischen Behandlung.

Fazit: Beim Krankheitsbild der Dranginkontinenz und der Kombination aus Drang- und Stressinkontinenz konnte eine deutliche, zum Teil hochsignifikante Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung belegt werden.

 

 

 

Osteopathie und chronische Sinusitis [Pilotstudie]
Häfner S., Stadler M.Hintergrund: Chronische Sinusitis ist eine häufige, den Patienten belastende Erkrankung, für die es keine adäquate Behandlung gibt.

Studienziel: Die Aufgabe dieser Pilotstudie bestand darin abzuschätzen, ob Osteopathie Einfluss auf die Beschwerden Betroffener mit chronischer Sinusitis ausüben kann.

Studiendesign: Diese Pilotstudie wurde als kontrollierte, extern randomisierte, klinische Studie durchgeführt.

Setting: Zwei Osteopathen des COE München oblag die Studienleitung. In deren Praxen fanden die Befragungen, Untersuchungen und Behandlungen statt.

Methoden: Insgesamt nahmen 43 Patienten an dieser Pilotstudie teil.

Interventionen: Bildung von drei Gruppen welche sich durch die Behandlungsverfahren unterschieden: 1. Wöchentliche osteopathische Behandlung; 2. Tägliche Nasenspülungen mit isotoner Kochsalzlösung; 3. Kombination von wöchentlicher osteopathischer Behandlung und täglichen Nasenspülungen. Der Therapiezeitraum betrug für jeden Studienteilnehmer vier und der Erhebungszeitraum umfasste insgesamt zehn Wochen.

Zentrale Parameter: Überprüft wurden zum einen die zentralen Parameter Nasenatmung, Kopfschmerz und Kopfdruck, sowie anteriorer und posteriorer Sekretfluss. Zum anderen fanden Bewertungen bezüglich weiterer Symptome und der Veränderung der Lebensqualität innerhalb dieser zehn Wochen statt.

Ergebnisse: Es kam zu deutlichen Verbesserungen der Beschwerden bei den Teilnehmern beider Osteopathiegruppen (n=28), welche sich vor allem nach der sechswöchigen Therapiepause meist zusätzlich bestätigten. Manche Beschwerden verschwanden sogar noch während der therapiefreien Zeit. Im Gegensatz dazu konnten die positiven Symptomveränderungen der anderen Teilnehmer (n=15) innerhalb dieser sechswöchigen Therapiepause häufig nicht gehalten werden.

Schlussfolgerung: Osteopathische Behandlungen zeigten in einem Zeitraum von zehn Wochen einen deutlich positiven Einfluss auf den Symptomenkomplex von Patienten mit therapieresistenter chronischer Sinusitis.

 

 

 

Einfluss osteopathischer Behandlungen auf Konzentrationsstörungen bei Kindern [Pilotstudie]
Lamberts A. Dr. med.Studienziel: Ist die Konzentrationsfähigkeit bei Kindern der 3. und 4. Klasse nach osteopathischen Behandlungen zu verbessern?

Studiendesign: Es handelt sich dabei um eine klinische Studie mit Kontrollgruppe, die prospektiv angelegt ist.

Patienten und Behandlung: 18 Kinder einer Schule wurden aus einem Schuljahrgang ausgewählt, weil sie Konzentrationsstörungen hatten und ein Geburtstrauma oder ein Trauma am Schädel im 1.- 2. Lebensjahr. Als Geburtstrauma galt jede größere medizinische Intervention bei der Geburt. In dieser Gruppe von 18 Kindern wurden 9 innerhalb eines Jahres drei mal osteopathisch behandelt und 9 nicht. Die osteopathische Behandlung dauerte ca. eine Stunde, in der ein Ausgleich in allen osteopathischen Achsen angestrebt wurde.

Zielparameter: Es wurde vorher und hinterher, insgesamt zwei Konzentrationsteste durchgeführt. Dabei handelte es sich um einen standardisierten, validierten Schultest, der seit vielen Jahren mit reproduzierbaren Ergebnissen durchgeführt wird.

Ergebnisse: In der Gruppe der osteopathisch behandelten Kinder ergab sich eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Schlussfolgerung: Bei Kindern mit Konzentrationsstörungen und gleichzeitigem Geburtstrauma oder Trauma am Schädel in den ersten 2 Lebensjahren gibt es eine statistisch signifikante Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung. Bei einer kleinen Gruppe von 9 Kindern ist die klinische Signifikanz weiterhin fraglich.

 

 

 

Die therapeutische Wirksamkeit einer osteopathischen Behandlung beim Reizdarmsyndrom
Müller A., Salomon J., Stiedl M.Studienziel: Prüfung der Hypothese, ob die osteopathische Behandlung bezüglich des Hauptparameter Schmerz und der Nebenparameter Blähungen, Obstipation, Diarrhöe und sonstiger Beschwerden einen spezifischen Beitrag in der Behandlung des Reizdarmsyndroms leisten kann. Es soll eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung über die therapeutische Effizienz eines osteopathischen Behandlungskonzeptes aufgezeigt werden.

Studiendesign: Prospektive, randomisierte, kontrollierte, patienten- und evaluatorblinde Studie.

Fassung: Die Studie wurde von drei Osteopathen des COE München nach ihrem Examen 1999 in der Zeit von Oktober 2000 bis Januar 2002 durchgeführt.

Patientenauswahl: Die Patienten wurden über Zeitungsannoncen, Kollegen und Ärzten gesucht und mit speziellen Auswahlverfahren selektiert.

Methode: Randomisierte Aufteilung der 61 Patienten in 2 Gruppen. Gruppe 0 Verumbehandlung : 31Patienten, Gruppe 1 Shambehandlung: 30 Patienten. Effizienzprüfung eines osteopathischen Behandlungskonzeptes. Durchführung einer explorativen Studie an allen Patienten der Shamgruppe.

Behandlungen: 5 Interventionen (T1-T5) im Abstand von je 14 Tagen

Primäre Zielparameter: Reduktion der Schmerzintensität (Visuelle Analogskala)

Sekundäre Zielparameter: Nebenparameter gemäß der Klassifizierung von Rom bezüglich der Entwicklung von Intensität und Frequenz (Visuelle Analogskala), Verträglichkeit der Therapie, osteopathische Untersuchungsergebnisse.

Resultate: Die osteopathische Behandlung mittels ausgewählter Behandlungstechniken zeigt hinsichtlich des primären Zielparameters Schmerz eine Verbesserung um 74,8%, gegenüber 19,4 bei der Shambehandlung (p<0,001) und erzielt einen klinisch relevanten spezifischen Effekt.

Fazit: Die Studie belegt, dass Osteopathie einen Beitrag in der Behandlung des Reizdarmsyndroms leisten kann. Sie bietet sich somit als Therapieoption an.

 

 

 

Osteopathische Behandlung im Bereich des Caecums und die Wirkung auf den Rückfluss der Vena femoralis bei Patientinnen mit Venenproblemen
Ritter-Kleinhans M.Fragestellung: Wirkt sich eine osteopathische Behandlung des Caecums messbar auf die venösen Flussverhältnisse (speziell Venendurchmesser und Fließgeschwindigkeit) der Vena femoralis communis des rechten Beines aus.

Studiendesign: Es handelt sich um eine randomisierte klinische Studie mit Einfach-Blind-Anordnung.

Setting: Die Untersuchung wurde in einer privatärztlichen phlebologischen Praxis in Stuttgart in der Zeit von Juli 2001 bis Februar 2002 durchgeführt.

Stichprobe: Bei den Untersuchungsteilnehmern handelt es sich um 40 Patientinnen im Alter zwischen 33 und 65 Jahren, die wegen Beinvenenproblemen die Praxis aufsuchten. Die Patientinnen wurden randomisiert einer der beiden Behandlungsbedingungen zugewiesen.

Behandlungsbedingungen: Verglichen wurde eine kurzzeitige osteopathische Behandlung des Caecums mit einer unspezifischen Entspannungstherapie vergleichbarer Zeitdauer.

Hauptzielparameter: Mittels farbcodierter Duplexsonografie wurde der Venendurchmesser und die Fließgeschwindigkeit in der Vena femoralis communis dextra vor und nach der Behandlung gemessen. Der untersuchende Arzt war „blind‘ in bezug auf die Gruppenzugehörigkeit der Patientin.

Ergebnisse: In der Osteopathiegruppe verringerte sich der Venendurchmesser zwischen den beiden Messungen um 21,7% (p<0,05), in der Entspannungsgruppe kam es nur zu unwesentlichen Verringerungen des Venendurchmessers um 4,8% (n.s.). Die Fließgeschwindigkeit erhöhte sich in der Osteopathiegruppe um 18,8% (p<0,05), während in der Entspannungsgruppe nur eine minimale Erhöhung um 1,6% (n.s.) feststellbar war. Auch die Ergebnisse der Nebenparameter (Blutdruck, Puls) weisen auf deutliche Unterschiede in den Behandlungsbedingungen hin. In einer Zusatzuntersuchung mit einer ‚Teilstichprobe von n=7 ergaben sich Hinweise, dass eine umfassende, viermalige osteopathische Behandlung weitere positive Effekte hat.

Fazit: Ein messbarer Einfluss einer einmaligen osteopathischen Behandlung auf die venösen Flussverhältnisse in der Vena femoralis konnte belegt werden. Einschränkungen erfährt das Ergebnis durch vorliegende Ausgangswertunterschiede zwischen beiden Behandlungsgruppen, auch wenn diese nicht signifikant werden. Weitere Untersuchungen an größeren Stichproben und mit einer längeren und umfassenderen osteopathischen Behandlung sind notwendig.

 

 

 

Osteopathische Behandlung infantiler Schluckstörungen bei Kindern zwischen sieben und elf Jahren
 

Sabine Bayer, Martha Feldt

Ziel: Die Aufgabe dieser Pilotstudie bestand darin, zu untersuchen, ob die osteopathische Behandlung einen Beitrag leisten kann, das infantile Schlucken zu korrigieren und die Begleitsymptome, wie entzündliche Prozesse im HNO- Bereich, Mundatmung, Kopfschmerz sowie Zahn- und Kieferfehlstellungen zu beeinflussen.

Design: Die Arbeit wird als kontrollierte, prospektive Pilotstudie im „Waiting-List“ Design durchgeführt.

Setting: Die Studie wurde von zwei Osteopathinnen des COE München in der Zeit vom September 2001 bis Januar 2003 durchgeführt.

Methoden: Es nahmen 18 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren an der Studie teil. Die Untersuchung der Teilnehmer erfolgte vor und nach einer Wartezeit von acht Wochen. Im Anschluss daran wurden neun osteopathische Behandlung in einem Zeitraum von neun Wochen durchgeführt, danach fand eine erneute Untersuchung satt. Durch diese Wartezeit konnte der Zustand vor der Behandlung mit dem Ergebnis nach der Behandlung verglichen werden. Die Messparameter waren drei Schlucktests, Payne-Technik und Videoanalyse. Für die Begleitsymptomatik wurde ein von den Autorinnen verfasster Fragebogen vier mal von den Eltern der Studienteilnehmer ausgefüllt.

Ergebnis: Die Gegenüberstellung der erhobenen Daten vor und nach der osteopathischen Behandlung ergaben in Bezug auf die Haupt- und Nebenzielparameter eine deutliche Verbesserung. Insbesondere die Ergebnisse des Payne-Tests (22 %), die Schlucktests (44 bis 69 %), der Schnupfen und die Mundatmung erfuhren eine positive Veränderung. Durch die geringe Teilnehmerzahl dieser Pilotstudie konnte keine statistische Signifikanz belegt werden.

Fazit: Die bisherigen ermutigenden Ergebnisse, die an 18 Kindern über 9 Wochen beobachtet wurden, lassen erwarten, dass bei der Behandlung des infantilen Schluckens und seiner Begleitsymptomatik die Osteopathie einen wertvollen Beitrag leisten kann.

 

 

 

 

Hat die osteopathische Behandlung bei Frauen mit menstrueller Migräne einen Effekt?
 

Heike Ecker, Christina Thomas

Fragestellung: Die menstruelle Migräne ist ein regelmässig in der Praxis auftauchendes Krankheitsbild, dessen Behandlung sich zur Zeit auf den medikamentösen Bereich beschränkt.

Dies veranlasste uns zu einer klinischen Studie, mit der die Effektivität der osteopathischen Behandlung bei Frauen mit menstrueller Migräne geprüft werden sollte.

Methoden: In eine prospektive kontrollierte Studie wurden 30 Patientinnen zwischen 23 und 52 Jahren aufgenommen, die unterschiedlich lange, aber mindestens seit sechs Monaten über menstruelle Migräne klagten. Nach einer anfänglichen Erhebung von Schmerz und Lebensqualität über die VAS und den SF-36 und einer Wartezeit von acht Wochen wurden die Patientinnen bei gleichbleibendem Beschwerdebild in die Studie aufgenommen. Nach vier osteopathischen Behandlungen wurde das Beschwerdebild vor und nach den Behandlungen wieder mittels VAS und SF-36 verglichen.

Ergebnis: Die Gegenüberstellung der erhobenen Daten vor und nach den osteopathischen Behandlungen erbrachte in Bezug auf die Schmerzwahrnehmung eine Minderung um 52 %. Auch in Bezug auf die Lebensqualität waren hochsignifikante Veränderungen zu verzeichnen. So verbesserten sich die körperlichen Schmerzen um 40 %, die körperliche Rollenfunktion um 28,3 %, die allgemeine Gesundheitswahrnehmung und die Vitalität um jeweils 14 %. Auch die psychischen Komponenten wie die soziale Funktionsfähigkeit (23 %), die emotionelle Rollenfunktion (24 %) und das psychische Wohlbefinden erfuhren eine erhebliche Verbeserung.

Schlussfolgerung: Obwohl an der Studie nur 30 Patientinnen teilnahmen, liess sich eine hochsignifikante Verbesserung im Bereich von Schmerz und Lebensqualität feststellen.

Konventionelle Behandlungsansätze bei der menstruellen Migräne bewegten sich bislang nur im medikamentösen Bereich. Die Behandlungserfolge sind bei diesen Therapien nur teilweise befriedigend, zudem zusätzlich mit den bei Medikamenten einhergehenden Nebenwirkungen behaftet.

 

 

 

Die therapeutische Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung bei Kindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen – Pilotstudie
 

Dr. med. Dina Guerassimiouk, Jens-Peter Markhoff

Ziel: Das Ziel der Pilotstudie war, die therapeutische Wirksamkeit einer osteopathischen Behandlung bei Kindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) zu untersuchen.

Studienmodell: Kontrollierte, randomisierte, klinische Pilotstudie mit einer Hauptgruppe und einer Kontrollgruppe

Ort der Durchführung: Die Studie wurde ambulant im Zentrum für Kindesentwicklung in Hamburg (Leiterin: Dr. med. Inge Flehmig) durchgeführt. Eingangs- und Abschluss-untersuchungen fanden bei Diplompsychologen des Zentrums, sowie bei niedergelassenen HNO-Ärzten im Raum Hamburg und Umgebung statt.

Patienten: 34 Schulkinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren wurden randomisiert im Verhältnis von 2:1 in eine Haupt- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt.

Behandlungen: Die Patienten der Hauptgruppe wurden von zwei Osteopathen behandelt (11-14 Therapiesitzungen in 10-15 Monaten). Die Patienten der Kontrollgruppe wurden von niedergelassenen Ergotherapeuten, Lern-therapeuten und Motopäden behandelt (1-2 x / Woche in 10-15 Monaten). Dauer der Pilotstudie für den jeweiligen Patient: 13-18 Monate, Dauer der Pilotstudie insgesamt: November 2000 – Dezember 2002

Hauptzielparameter:

•  Auditiv relevante Untertests aus vier validierten psychologisch-pädagogischen Untersuchungen (empfohlen von der Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP) im Jahr 2000):

1. K-ABC-Test („Zahlen-nachsprechen“, „Wortreihen-

nachsprechen“, „Lesen/Verstehen“)

2. HAWIK-Test ( „Zahlen-nachsprechen“)

3. Psycholinguistischer Entwicklungstest („Zahlenfolgen-

Gedächtnis“, „Laute Verbinden“)

4. Diagnostischer Rechtschreibtest („Prozent-Rang“)

•  HNO-ärztliche Untersuchungsergebnisse bezüglich der Diagnose „AVWS“

Ergebnisse: Die osteopathische Behandlung der Hauptgruppe zeigte gegenüber der Kontrollgruppe eine statistisch signifikante Verbesserung hinsichtlich sieben von acht Hauptzielparametern und erzielte eine therapeutische Wirksamkeit von klinischer Relevanz.

So ergaben die psychologisch-pädagogischen Tests in der Osteopathie-Gruppe eine Verbesserung von ca. 21%, während in der Kontrollgruppe eine Verschlechterung um ca. 3% festgestellt wurde.

Bei der HNO-ärztlichen Untersuchung konnte zum Ende der Studie bei 16 Kindern der Osteopathie-Gruppe keine bzw. nur noch eine leichte AVWS diagnostiziert werden. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 89%, die in der Kontrollgruppe vergleichsweise nur bei 33% lag.

Fazit: Die Osteopathie erweist sich in dieser Pilotstudie als eine effiziente, integrative Behandlungsmethode bei Kindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS).

 

 

 

Die osteopathische Behandlung bei 3- Monatskolik im Vergleich zur konventionellen Therapie
 

Anke Heber, Uwe Senger

Ziel: Mit dieser Arbeit soll belegt werden, ob die Anwendung von Osteopathie bei der Problematik

3- Monatskolik eine wirkungsvolle Alternative zur konventionellen Therapie darstellt. Als Richtungsweisung sollen bestehende Unterschiede zwischen 3- Monatskolik-Kindern und nicht betroffenen Kindern aufgezeigt werden.

Design: Es handelt sich um eine kontrollierte, randomisierte, prospektive Interventionsstudie und eine anschließende explorative Untersuchung.

Setting: Ein Therapeut – ausgebildet am COE München Ein Therapeut – ausgebildet am College Sutherland

Methoden: 1. Randomisierte Aufteilung der 46 Patienten in 23 Patienten mit osteopathischer Behandlung und 23 Patienten mit konventioneller Behandlung.

2. Explorative Studie mit insgesamt 90 Patienten

Behandlung: 4 Behandlungen in wöchentlichem Abstand (osteopathisch oder konventionell)

Primäre / Sekundäre Zielparameter:

1.Schreizeit, Schreiintensität

2.Auswertung von Eingangsfragebogen, Verlaufsfragebögen, Endfragebogen

Resultate: Osteopathische Behandlung zeigt eine Gesamtverbesserung von ca. 55 % hinsichtlich primärem und sekundärem Zielparameter. Im Vergleich zur konventionellen Therapie zeigt osteopathische Behandlung eine ca. 40 % höhere Effektivität hinsichtlich beider Zielparameter.

Explorative Studie: Das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft fördert das Auftreten von 3- Monatskolik beim Kind. 3- Monatskolikkinder werden vermehrt als unruhig beschrieben, Erbrechen häufiger, leiden unter übermäßigen Blähungen sowie Verstopfungen.

Fazit: Osteopathie stellt eine wirkungsvolle Therapiealternative bei Kindern mit 3- Monatskolik dar

 

 

 

Die osteopathische Behandlung als Prävention von Geburtskomplikationen
 

Dorothea Lenz

 

Studienziel: Mit dieser Studie sollte die Wirksamkeit der osteopathischen Behandlung bei Erstschwangeren als Prävention in bezug auf Geburtskomplikationen, sowie der Einfluss auf die Länge der Geburt und auf das kindliche Befinden des Neugeborenen untersucht werden.

Studiendesign: Die Studie lief vom Frühjahr 2001 bis zum Jahresende 2002 als kontrollierte, nicht-randomisierte Interventionsstudie.

Methoden: 120 Erstschwangere mit normalen Schwangerschaften wurden in eine Osteopathie-Gruppe und eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die Einteilung erfolgte nach der vorliegenden Schwangerschaftswoche ( vor oder nach der 16. Woche) zum Zeitpunkt der telefonischen Anmeldung.

Behandlung: Die Osteopathie-Gruppe wurde fünf mal im Abstand von vier Wochen behandelt. Die erste Behandlung fand in der 13. bis 16. Schwangerschaftswoche statt. Für die Kontrollgruppe war die Geburtsvorbereitung mit den derzeit üblichen Methoden zugelassen.

Die osteopathische Behandlung erfolgte mit craniosacralen, parietalen und viszeralen Techniken, sowie nach biodynamischen Gesichtspunkten. Behandelt wurden, vorbereitend, die für die Geburt wichtigen Strukturen. Außerdem wurden dysfunktionelle Gewebe nach individuellem Befund therapiert.

Zielparameter: Es wurden die primären Zielparameter mütterlicherseits wie Geburtsdauer, Entbindungsmodus, Anzahl und Art von Geburtskomplikationen sowie Geburtsverletzungen ausgewertet.

Das kindliche Outcome wurde mit Hilfe des Apgar-Schemas und des Nabelarterien- pH-Wertes dokumentiert.

Mittels eines Fragebogens wurden die Daten der sekundären Parameter, Befinden von Mutter und Kind, gewonnen.

Sie wurden ausgewertet und diskutiert.

Ergebnis: Es kam zu einer hochsignifikanten Verkürzung der Geburtsdauer bei den osteopathisch behandelten Frauen. Die Entbindungszeit betrug bei den Frauen mit osteopathischer Therapie im Schnitt 5,4 Stunden. Die Frauen der Kontrollgruppe hatten eine durchschnittliche Geburtsdauer von 8,6 Stunden. Der Geburtbeginn wurde definiert als der Zeitpunkt des Auftretens regelmäßiger muttermundswirksamer Wehen.

Die Auswertung der Zahl der Geburtskomplikationen ergab es eine auffällig ( tendenziell signifikant ) große Zahl osteopathisch behandelter Frauen, die keine Komplikationen aufwiesen.

Auf Seiten des Kindes lagen die Nabelarterien-pH-Werte bei der osteopathisch behandelten Gruppe bei 87 Prozent der Kinder im Normbereich oder zeigten eine leichte Azidität, im Gegensatz zu 74 Prozent bei der Kontrollgruppe.

Schlussbetrachtung: Die Studie zeigt, dass die osteopathische Behandlung in der Schwangerschaft eine sinnvolle Maßnahme zur Geburtsvorbereitung darstellt.

Osteopathie als Therapie der Säuglingsasymmetrie

Bianka Pabst, Angela SchleupenStudienziel: Entwicklung eines Bewertungsscores zur standardisierten Bewertung der idiopathischen Säuglingsasymmetrie (Teil A). Prüfung der Hypothese, ob eine idiopathische Säuglingsasymmetrie durch eine osteopathische Behandlung und Handling nach Bobath deutlicher vermindert werden kann, als durch Handling nach Bobath alleine (Teil B).

 

Studiendesign: Einfach verblindete, randomisierte Therapiestudie mit verblindeter Videoauswertung.

 

Setting: Aufnahme von 6 bis 8 Wochen alten Säuglingen, Untersuchung und Videodokumentation erfolgte in der pädiatrischen Universitätsklinik Mainz. Dauer der Studienarbeit von März 1999 bis März 2003.

 

Materials und Methoden: Entwicklung eines Bewertungsscores (Teil A): Bei insgesamt 50 Säuglingen wurden Spontanbewegungen, reaktive Bewegungen und metrische Items gefilmt, sie wurden von 5 unabhängigen Scorern bewertet.

Fallzahlbestimmung: Mit dem Bewertungsscore wurden 12 Kinder im Abstand von 4-6 Wochen im Spontanverlauf bewertet und die Fallzahl von n=32 ermittelt.

Randomisierte Therapiestudie (Teil B): Randomisierte Aufteilung der 32 Säuglinge in je 16 Säuglinge zur Kontroll- und Osteopathiegruppe. Intention-to-treat-Analyse. Verblindete Bewertung der Asymmetrie an Hand von Videoaufnahmen.

 

Intervention: Teil B: Osteopathiegruppe erhielt vier osteopathische Behandlungen und Handling nach Bobath im Abstand von jeweils einer Woche. Kontrollgruppe erhielt 4 Sham-Behandlungen und Handling nach Bobath im gleichen Abstand. Bei allen Säuglingen wurde eine Eingangs- und Abschlussvideoaufzeichnung durchgeführt. Zur Erfassung der Nebenkriterien wurden Fragebögen ausgefüllt.

 

Zielparameter: Wirksamkeitsnachweis der osteopathischen Behandlung und Handling im Vergleich zur Sham-Behandlung und Handling. Erfassung von Einflussgrößen auf die Asymmetrie und Begleitsymptomen zur Asymmetrie.

 

Ergebnisse: Teil A: Der optimierte Asymmetriescore setzt sich aus der Summe von vier Items zusammen. Für jedes Item können 1-6 Punkte vergeben werden, so dass ein Score von 4 Punkten das „symmetrische Ende“ und ein Score von 24 Punkten das asymmetrische“ Ende der Skala darstellt. Die statistische Auswertung zeigte eine gute Verlässlichkeit und Konsistenz des Asymmetriescores. Die Inter-Observer Reliabilität war vorhanden.

Teil B: Die Osteopathiegruppe zeigt eine Verringerung der Asymmetrie um ca. 25% (5,9 Punkte)  gegenüber der Kontrollgruppe, bei der sich die Asymmetrie um ca. 4% (1,2 Punkte) verringert hat.  Die Asymmetrie verbesserte sich bei ca. 80% der Kinder der Osteopathiegruppe; ca. 20% blieben in ihrem Asymmetriegrad unverändert. Bei den Kindern der Kontrollgruppe kam es bei 20% zu einer Verschlechterung der Asymmetrie, bei 50% blieb der Asymmetriegrad in etwa gleich und bei 30% der Kinder war er verbessert.

 

Schlussfolgerung: Es zeigt sich ein signifikanter Therapieeffekt der osteopathischen Frühbehandlung auf die idiopathische Säuglingsasymmetrie.

 

 

 

Osteopathische Behandlungen bei intramuralen Uterusmyomen – eine randomisierte klinische Studie
 

Gerald Kaschowitz, Jean-Pierre Besse, Georg Schwering

 

Studienziel (objective)

Beantwortung der Frage, ob osteopathische Behandlungen eine Auswirkung auf die Größe von intramuralen Uterusmyomen haben

Studiendesign (design):

Randomisierte, kontrollierte klinische Wirksamkeitsstudie (RCT)

Ort der Durchführung (setting)

Die Studie war multizentrisch und grenzüberschreitend (Österreich, Deutschland, Schweiz) ausgelegt; mit den Behandlungen wurde an allen Orten gleichzeitig im Februar 2003 begonnen und pro Ort von einer Person in privaten Osteopathiepraxen durchgeführt. Der Behandlungszeitraum erstreckte sich bis Oktober 2003.

Patientinnen (patients)

An der Studie nahmen prämenopausale Patientinnen mit intramuralen Uterusmyomen mit einem Durchmesser zwischen 20 mm und 70 mm teil. Ausschlusskriterien waren die Einnahme von oralen Kontrazeptiva, Verwendung einer Hormonspirale, akute Infektionskrankheiten sowie chirurgische Eingriffe am Urogenitalapparat.

Behandlungen (interventions)

Die Frauen der Behandlungsgruppe wurden jeweils 4 mal in einem Abstand von 3 Wochen osteopathisch behandelt. Die Frauen der Kontrollgruppe waren unbehandelt.

Primärer Zielparameter (main outcome measure)

Grösse des Uterusmyoms, erfasst durch vaginale Sonografie.

Sekundäre Zielparameter (secondary outcome measures)

Dauer und Stärke der Menstruationsblutung

Nebenparameter (additionally outcome measures)

LWS-Schmerzen, Unterbauchschmerzen, Kopfschmerzen, schwere Beine, Reizbarkeit. Sämtliche Nebenparameter werden jeweils für die prämenstruelle und für die menstruelle Phase erfasst.

Ergebnisse (results)

65 Teilnehmerinnen beendeten die Studie, davon 38 in der Behandlungsgruppe und 27 in der Kontrollgruppe.

Die Größe der Myome reduzierte sich in der Behandlungsgruppe um durchschnittlich 18%, während diese in der Kontrollgruppe um durchschnittlich 1% anstieg. Das Ergebnis ist statistisch hoch signifikant (p=.001)

Die beiden sekundären Zielparameter zeigten mit einer Reduktion der Stärke und der Dauer der Menstruationsblutung in der Behandlungsgruppe um jeweils 7% zwar leichte Verbesserungen gegenüber der Kontrollgruppe (keine Veränderungen), aber ohne statistische Signifikanz.

Bei sechs der zehn untersuchten Nebenparameter konnten wir signifikante Verbesserungen im Ausmaß zwischen 35% und 52% feststellen.

Fazit (conclusion)

Osteopathische Behandlungen haben bei Frauen mit intramuralen Uterusmyomen einen hoch signifikanten positiven Einfluß auf die Größe der Myome.

Da die meisten Myome derzeit überhaupt nicht therapiert, sondern bis zu einer eventuell notwendig werdenden Operation oder Hormontherapie nur unter Beobachtung gestellt werden, ist das Ergebnis dieser Studie von hoher klinischer Relevanz